EMAS-Zertifizierung – mit erfolgreichem Umweltmanagement zum Gütesiegel

15. Juli 2025

Gerade in der Marktwirtschaft ist Umweltschutz eng mit Eigenverantwortung verbunden. Gleichzeitig ist es ein offenes Geheimnis, dass Unternehmen, die auch in Zukunft Bestand und Erfolg haben wollen, eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmenspolitik betreiben sollten. Das europäische Umweltmanagement- und Auditierungssystem (EMAS)gibt Unternehmen eine Strategie an die Hand, wie sie ihr Nachhaltigkeitsmanagement systematisch und zielführend ausrichten können. In diesem Beitrag erläutern wir, wie das EMAS-Umweltmanagementsystem funktioniert und welche Voraussetzungen Unternehmen erfüllen müssen, um eine EMAS-Zertifizierung zu erhalten. 

Inhaltsverzeichnis

Was ist das EMAS-Umweltmanagementsystem?

EMAS steht für „Eco-Management and Audit Scheme“ und ist ein freiwilliges Umweltmanagementsystem der Europäischen Union. Es umfasst alle Anforderungen der DIN EN ISO 14001, der Norm für Umweltmanagementsysteme, ist weltweit anwendbar und steht allen Branchen und Unternehmensgrößen offen. Das Umweltmanagementsystem EMAS soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern, indem es ihnen einen strukturierten Rahmen für die Ermittlung, Bewertung und Kontrolle ihrer Umweltauswirkungen bietet.

Welche Ziele verfolgt EMAS?

Die Hauptziele von EMAS sind:  
kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung von OrganisationenTransparenz und Glaubwürdigkeit der UmweltinformationenFörderung des Umweltbewusstseins der Beschäftigten, der Lieferanten und der Öffentlichkeit Schaffung eines Mechanismus zur Einhaltung der relevanten Umweltgesetze und -vorschriften                 

Was besagt die EMAS-Zertifizierung?

Die EMAS-Zertifizierung bestätigt, dass ein Unternehmen ein Umweltmanagementsystem eingeführt hat, das den hohen Anforderungen der EMAS entspricht. Sie dient damit gleichzeitig als Nachweis für die Bemühungen um Umweltschutz, Nachhaltigkeit und kontinuierliche Verbesserung. Eine solche Zertifizierung kann somit auch das Vertrauen von Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter:innen in das Unternehmen stärken.

Wie erhalten Unternehmen die EMAS-Zertifizierung?

Um eine EMAS-Zertifizierung zu erhalten, müssen Unternehmen erfolgreich ein Umweltmanagementsystem nach EMAS etablieren und eine Umwelterklärung veröffentlichen, in der sie über ihre Umweltleistung und ihre Fortschritte bei der Umsetzung des Umweltmanagementsystems berichten. EMAS basiert auf der internationalen Norm ISO 14001, erweitert diese jedoch um zusätzliche Anforderungen wie die obligatorische Durchführung einer Umweltprüfung und die Beteiligung der Arbeitnehmer:innen und anderer interessierter Gruppen an Umweltfragen.

Wer prüft EMAS?

Für die Prüfung wird ein:e staatlich zugelassene:r Umweltgutachter:in hinzugezogen. Nur so kann das Umweltmanagementsystem fachgerecht beurteilt werden. Ein:e aus dem Unternehmen erwählte:r Umweltmanagementbeauftragte:r (UMB) vereinbart einen Begutachtungstermin, erstellt für diesen ein Programm und lädt die erforderlichen Mitarbeiter:innen ein.
Der oder die Gutachter:in führt dann eine Besichtigung vor Ort durch, spricht mit den zuständigen Angestellten und erstellt anschließend einen schriftlichen Bericht über die Ergebnisse. Erfüllt das Unternehmen alle Anforderungen der EMAS-Verordnung, wird das Managementsystem validiert.

Lassen Sie dem Gutachter oder der Gutachterin im Vorfeld am besten folgende Unterlagen zukommen:

  • Alle nötigen Grundinformationen über die Organisation (Größe, Lage, Tätigkeitsbereich, Struktur, Rechtsform und Organigramm)
  • Umwelterklärung und Umweltprogramm
  • Beschreibung des in der Organisation angewandten Umweltmanagementsystems
  • Bericht zur Umweltprüfung
  • Berichte der durchgeführten Umweltbetriebsprüfungen und über etwaige anschließend getroffene Korrekturmaßnahmen

(Quelle: EMAS Leitfaden, S. 37)

Wie wird EMAS angewandt?

EMAS-Zertifizierung – Eine Grafik, die das EMAS-Umweltmanagementsystem veranschaulicht.

(Quelle: Offizielle Website EMAS)

  1. Planung und Vorbereitung: Zu Beginn sollten der personelle, zeitliche und finanzielle Aufwand abgeschätzt und die Risiken und Chancen für das Unternehmen bedacht werden.

  2. Leitbild festlegen: Das Leitbild bildet die Grundlage für das Umweltmanagementsystem. Daher ist eine sorgfältige Formulierung gefragt, die zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens passt.

  3. Umweltprogramm erstellen: Im Umweltprogramm werden alle Leistungen des Unternehmens sowie mögliche Maßnahmen und Ziele festgehalten.

  4. Durchführen: Den Worten sollten immer Taten folgen. Daher gilt es nun, die priorisierten Maßnahmen umzusetzen. Dabei sind auch Fragen der Verantwortlichkeit, Dokumentation, Überwachung, Planung und Korrektur zu klären.

  5. Intern überprüfen: Ob die Bemühungen erfolgreich waren, kann durch eine interne Umweltbetriebsprüfung und eine Managementbewertung festgestellt werden. Beide sollten jährlich durchgeführt werden.

  6. Umwelterklärung erstellen: Auch eine Umwelterklärung sollte einmal im Jahr erstellt werden. Auf diese Weise lassen Engagement und Erfolge eines Unternehmens mit der Öffentlichkeit teilen.

  7. Extern prüfen lassen: Das finale Urteil fällen stets die staatlich zugelassenen Umweltgutachter:innen. Sie überprüfen vor Ort die Wirksamkeit des Umweltmanagementsystems und die Richtigkeit der Umwelterklärung.

  8. Eintragung ins EMAS-Register: Ist die externe Prüfung erfolgreich verlaufen, kann sich ein Unternehmen bei der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer ins EMAS-Register eintragen lassen und darf dann das offizielle Logo verwenden.

Wie lange ist EMAS gültig?

Nach der Einführung des Umweltmanagementsystems muss die Umwelterklärung jährlich aktualisiert werden. Dabei sind die Fortschritte des Unternehmens, neue Pläne und Ziele zu ermitteln und festzuhalten. EMAS fordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung und die Bemühungen müssen durch ein externes Gutachten verifiziert werden. Die aktualisierte Umwelterklärung muss jedoch nur alle zwei Jahre validiert werden. EMAS ist also ab der Validierung zwei Jahre lang gültig und muss dann erneut geprüft werden.

eibe besitzt die EMAS-Zertifizierung

Als Hersteller von Spielplatzgeräten aus dem natürlichen Rohstoff Holz legen wir bei eibe großen Wert auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Deshalb nutzen wir das EMAS-Umweltmanagementsystem, um unsere umweltpolitischen Maßnahmen stets zu verbessern. Sie finden das Siegel, neben weiteren Zertifizierungen, auf unserer Website. Mehr zu dem Beitrag, den eibe für den Umweltschutz leistet, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Klimaschutz Holzindustrie – eibes Beitrag zum Umweltschutz“. Lesen Sie gerne rein.

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