Zuerst veröffentlicht am 31.03.2021; zuletzt aktualisiert am 25.11.2025.
Ein grünes Umfeld wirkt nicht nur freundlich und einladend, sondern ermöglicht es Kindern auch, die Natur mit allen Sinnen zu entdecken: Sie können an Blumen riechen, Zweige anfassen und befühlen. Dabei landet schon mal ein Blatt oder eine Beere in der Hand – und von dort ist der Weg zum Mund nicht weit. Gerade deshalb ist es wichtig, auf Spielplätzen, in Kitas und auf Schulhöfen nur Pflanzen zu verwenden, die für Kinder unbedenklich sind. In diesem Beitrag zeigen wir, welchen Mehrwert kinderfreundliche Pflanzen bieten und welche Arten sich besonders gut für Spielplätze und Kindergärten eignen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum sind Pflanzen auf dem Spielplatz sinnvoll?
- Begrünung für Spielplatz, Kita und Co.: Was sollte alles gepflanzt werden?
- Kinderfreundliche Pflanzen: Welche Arten sind geeignet?
- Hoch- und Naschbeete zum Mitmachen
- Und auf welche Pflanzen sollte man besser verzichten?
Hinweis: Lassen Sie sich bei der Planung von Profis beraten
Die hier genannten Pflanzenbeispiele dienen der Orientierung. Für die konkrete Auswahl, Pflanzplanung und Bewertung möglicher Risiken sollte immer fachkundige Beratung durch Gärtner:innen, Landschaftsarchitekt:innen oder Botaniker:innen eingeholt werden.
Warum sind kinderfreundliche Pflanzen auf dem Spielplatz sinnvoll?
Kinderfreundliche Pflanzen sorgen mit ihrem frischen Grün nicht nur für eine freundliche Atmosphäre, sondern leisten auch ganz praktische Beiträge zur Qualität des Spielraums. Sie produzieren Sauerstoff, binden Staub und verbessern das Mikroklima spürbar. Das ist vor allem in stark versiegelten Umgebungen wie städtischen Quartieren ein echter Pluspunkt. Doch die richtige Bepflanzung erfüllt noch viele weitere Funktionen.
Natürlicher Sonnenschutz
Große Bäume spenden Schatten, senken die Temperatur und machen das Spielen im Sommer angenehmer. Im Gegensatz zu Sonnensegeln oder Schirmen müssen sie nicht auf- und abgebaut werden und fügen sich dauerhaft in das Gelände ein.
Besonders im Sommer ist ein zusätzlicher Sonnenschutz ratsam. Welche Sonnenschutzvarianten es für den Außenbereich gibt, erfahren Sie in unserem Beitrag „Sandkasten mit Sonnensegel oder Sonnenschirm? Sonnenschutzvarianten für den Außenbereich“.
Pflanzlicher Schallschutz
Dicht wachsende Sträucher und Hecken können den Lärm von angrenzenden Straßen abschirmen. Gleichzeitig dämpfen sie auch die Geräuschkulisse auf dem Gelände selbst. Besonders für Spielplätze in Wohngebieten ist das eine praktische Lösung.
Langlebige Begrenzung
Pflanzen strukturieren Flächen und schaffen Orientierung. So kann eine niedrige Hecke beispielsweise als Grenze zwischen Bolzplatz und Kletterbereich dienen, während ein Baum als Treffpunkt oder Ruhezone genutzt werden kann. Auch zur Einfassung von Straßen oder Parkplätzen eignen sie sich optimal. So bieten sie Kindern zusätzlichen Schutz vor dem Straßenverkehr.
Natur als Lerngrundlage
Eine vielseitige Begrünung auf dem Spielplatz oder im Kindergarten bietet zahlreiche Anlässe zum Beobachten, Fragenstellen und Verstehen. Kinder können direkten Kontakt mit den Pflanzen aufnehmen, Veränderungen im Jahreslauf erleben und sich mit bestimmten Arten vertraut machen. So wird die Bepflanzung zu einer naturnahen Lerngrundlage, die auf spielerische Weise Wissen über Pflanzen, Kreisläufe und ökologische Zusammenhänge vermittelt.
Begrünung für Spielplatz, Kita und Co.: Was sollte gepflanzt werden?
Ein ausgewogener Mix macht den Unterschied: Bäume, Sträucher, Stauden und Blumen erfüllen unterschiedliche Funktionen und bereichern das Gelände somit sowohl optisch als auch pädagogisch. Bäume spenden Schatten, Sträucher gliedern den Raum und blühende Pflanzen setzen farbige Akzente, die zum Entdecken einladen. Je vielfältiger die Bepflanzung ist, desto mehr können Kinder erleben: Sie lernen verschiedene Wuchsformen, Blätter und Blüten kennen, beobachten Insekten und erleben die Veränderungen der Natur im Jahresverlauf. Das weckt nicht nur Neugier, sondern fördert auch ein erstes Verständnis für ökologische Zusammenhänge.
Einige kinderfreundliche Pflanzen laden sogar aktiv zum Mitmachen ein. Ahornsamen etwa segeln im Herbst vom Baum und lassen sich im Spiel auffangen oder sammeln. Hagebutten können gepflückt, Kletten an Kleidung geheftet und Springkraut oder Schneebeeren mit Spannung beobachtet werden. Letztere sind auch als „Knallbeeren“ bekannt, da sie beim Aufprall zerplatzen und für großes Staunen sorgen.

Kinderfreundliche Pflanzen: Welche Arten sind geeignet?
Bäume
- Ahorn (Spitz-, Feld- und Bergahorn): mit Propellersamen, die gerne gesammelt werden
- Birke: luftig-leicht im Wuchs und aufgrund der weißen Rinde interessant anzusehen
- Weide: vielseitig einsetzbar, zum Beispiel für lebende Weidentunnel oder Tipis
- Esche: standfest, mit markanter Blattform, ideal als Schattenspender
- Fichte: immergrün und robust, geeignet für größere Flächen
- Apfelbaum (alte Sorten): trägt essbare Früchte und lädt zum Beobachten ein
Sträucher
- Weißdorn: robust, heimisch und ökologisch wertvoll, mit hübschen Blüten und Beeren
- Flieder: duftend und blühfreudig, bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt
- Schneebeere: auch „Knallerbse“, da sie ein ploppendes Geräusch macht, wenn man drauftritt
- Klette: haftet sich an Kleidung – die Erklärung, warum, sorgt für den Aha-Effekt
- Springkraut: Die Samenkapseln platzen bei Berührung
- Wildrose: hat hübsche Blüten und im Herbst kann man ihre Hagebutten sammeln


Stauden
- Lavendel: aromatisch, trockenheitsverträglich und beliebt bei Insekten
- Storchschnabel: bodendeckend, robust und mit zarten Blüten, ideal für pflegeleichte Flächen
- Mädchenauge: leuchtend gelb, langlebig und auch für kleinere Beete geeignet
- Sonnenhut: standfest und auffällig, ein echter Blickfang im Spätsommer
- Katzenminze: blüht reichlich, ist pflegeleicht und zieht Bienen an
- Echinacea: große, strahlenförmige Blüten in verschiedenen Farben


Blumen und Wildblumen
- Stiefmütterchen: farbenfroh, pflegeleicht und beliebt bei Kindern
- Sonnenblume: groß, eindrucksvoll und vom Samen bis zur Blüte spannend zu beobachten
- Ringelblume: ungiftig, einfach auszusäen und lange blühend
- Gänseblümchen: wächst niedrig, ist robust und wird gern gepflückt
- Löwenzahn: verwandelt sich in Pusteblumen, spannend in den unterschiedlichen Phasen zu beobachten
- Kornblume: bienenfreundlich, auffällig blau und gut für naturnahe Flächen geeignet


Kräuter
- Zitronenmelisse: duftet angenehm zitronig, ist essbar und fühlt sich interessant an
- Thymian: pflegeleicht, trittfest und mit seinen kleinen Blüten ein Insektenmagnet
- Schnittlauch: bekanntes Küchenkraut mit essbaren Halmen und attraktiver Blüte
- Petersilie: aromatisch und ideal für kleine Naschbeete
- Pfefferminze: duftet intensiv und ist gut für Kübel oder Beete mit Wurzelsperre geeignet
- Oregano/Dost: aromatisch, bienenfreundlich und perfekt für sonnige Standorte


Was empfehlen die Experten?
Auf der Webseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) finden Sie eine Broschüre zum Thema „kinderfreundliche Pflanzen“. Darin werden 216 Pflanzen vorgestellt, die sich besonders für Kindergärten und Spielplätze eignen. „Die ausgewählten Bäume, Sträucher, Kletterpflanzen, Stauden und Sommerblumen sind ungiftig und für Kinder besonders interessant“, versichert die BLE.
Hoch- und Naschbeete zum Mitmachen
Kleine Beete im Außenbereich eignen sich ausgezeichnet, um Kindern einen praktischen Zugang zur Pflanzenwelt zu ermöglichen. Hier können sie selbst Blumen oder Kräuter aussäen, gießen und beim Wachsen beobachten. Solche Mitmachbereiche, die im Sinne eines „Grünen Klassenzimmers“ gestaltet sind, fördern auf spielerische Weise das Umweltbewusstsein und ermöglichen wertvolle Naturerfahrungen im Alltag. Tipps zum Gärtnern daheim, in der Schule oder im Kindergarten, finden Sie in unserem Blogbeitrag „Gärtnern mit Kindern: spielerisch die Natur kennenlernen“.
Und auf welche Pflanzen sollte man besser verzichten?
Bei der Pflanzenauswahl ist natürlich Vorsicht geboten – besonders dort, wo Kinder unterwegs sind. Öffentliche Spielplätze und Kita-Außenanlagen sind jedoch in der Regel sorgfältig gestaltet und entsprechen den geltenden Sicherheitsstandards. Problematisch wird es meist eher im privaten Umfeld oder auf unübersichtlichen Flächen. Welche Pflanzenarten tatsächlich gefährlich für Kinder sein können, lesen Sie in unserem Beitrag „Giftpflanzen & Spielplatz – eine gefährliche Kombination!“.
