Fallschutz auf dem Spielplatz – Das gibt es zu beachten

14. Februar 2021

Auf dem Spielplatz geht es schon mal rund. Vor allem wenn mehrere Kinder gleichzeitig spielen, ist der ein oder andere kleinere Unfall vorprogrammiert. Der richtige Fallschutz auf dem Spielplatz sorgt dafür, dass es bei Stürzen nicht zu schlimmen Verletzungen kommt. Welche Fallschutzarten es gibt und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen, lesen Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Fallschutz nach Vorschrift

Der richtige Fallschutz ist wichtig, denn vor allem dort, wo Kinder spielen, gilt: Sicherheit geht vor. Grundsätzlich regelt das Produktsicherheitsgesetz die Sicherheit sämtlicher Spielplatzgeräte. Darüber hinaus bestimmt die DIN EN 1176 die speziellen Sicherheitsanforderungen, die exakt auf Geräte zugeschnitten sind und auch deren Standort berücksichtigen. Auch für den jeweiligen Fallschutz ergeben sich daraus einige, wichtige Richtlinien.

Welcher Boden ist für welche Fallhöhe geeignet?

Je tiefer ein Kind theoretisch fallen kann, desto besser stoßdämpfend muss der Untergrund sein. Für den geeigneten Fallschutz auf dem Spielplatz ist immer die Mindestfüllhöhe zu beachten. Außerdem ist es sehr wichtig, daran zu denken, dass ein gewisser Anteil der Schutzschicht „weggespielt“ wird. Behalten Sie also unbedingt Ihre Beläge im Auge und füllen Sie diese gegebenenfalls nach.

Bitte beachten Sie, dass in der DIN EN 1176 eine spezielle Tabelle I1 enthalten ist. Diese Tabelle ersetzt für Deutschland die für andere Länder gültige Tabelle 4. Für Deutschland reicht es daher nach wie vor Sand oder Kies der o.a. Körnung zu verwenden, wohingegen im Ausland bei Kies und Sand der Unförmigkeitsgrad D60/10 nachgewiesen werden muss. Sie müssen daher in Deutschland keine weitere Untersuchung der Korngröße als Eignungsnachweis für Sand oder Kies vornehmen. Es reicht der Nachweis des Sand- oder Kieslieferanten über z.B. einen gewaschenen Kies der Korngröße 2-8mm.

Der Einsatz von natürlichem Fallschutzmaterial ergänzt den Spielplatz mit zusätzlichem Spielwert, z.B. für das Sand- und Rollenspiel. Loser Fallschutz wie Sand und Kies ist gleichzeitig Spielmaterial und fördert durch seine Eigenschaften die sensorisch haptische Wahrnehmung. Zusammen mit Holzspielgeräten macht es den Spielplatz zu einem naturnahen Erlebnisraum.

Neben den oben genannten, natürlichen Bodenarten gibt es noch weitere Möglichkeiten für einen sicheren Fallschutz auf dem Spielplatz.

  • Fallschutzplatten aus Gummigranulat
    • Hier gibt es verschiedene Varianten für unterschiedliche Fallhöhen
    • Auch in verschiedener Optik erhältlich (zum Beispiel mit Kunstrasen oder Pflastersteinoptik)

Die Fallschutzplatten haben den Vorteil, dass der Wegspieleffekt entfällt. Außerdem verleihen sie jedem Spielplatz einen einheitlichen Charakter. Durch die Auswahlmöglichkeiten bei der Optik entstehen dennoch individuelle Spielplätze.

So muss der Fallschutz auf dem Spielplatz gepflegt werden

Schüttgut

Sand, Kies, Rindenmulch und Holzschnitzel, also modernes Schüttgut, sollte bei der operativen Wartung zweimal jährlich aufgelockert und nachgefüllt werden. Vor allem in intensiv genutzten Bereichen, wie unter der Schaukel oder vor dem Auslauf der Rutsche, wird loses Schüttgut schneller abgetragen. Fremdelemente wie Müll oder Tierkot können sich auf allen Untergründen ansammeln. Rindenmulch und Holzschnitzel verwittern allerdings durch Wettereinflüsse und die durch den Abbauprozess entstehenden Huminsäuren können Spielgeräte angreifen. Daher raten wir dazu, eher Kies oder Sand zu verwenden.

Synthetischer Fallschutz

Auch synthetische Fallschutzbeläge, aus Platten oder vor Ort gegossen, müssen regelmäßig gereinigt werden. Je nach Lage der Platten – befinden sie sich in der Sonne oder im Schatten? Oder womöglich unter Bäumen, wo Laub und Pollen auf die Platten fallen? Hier ist etwa alle zwei bis drei Jahre eine Intensivreinigung notwendig. Mit unseren zertifizierten synthetischen Fallschutzplatten geben wir Ihnen einen Prüfbericht mit, der bei späteren Anfragen, beispielsweise durch Prüfer, eindeutig belegt, dass der eingebaute Untergrund bis zur im Zertifikat angegebenen Fallhöhe ausreichend dämpft. Bewahren Sie sich dieses Dokument gut auf, so sparen Sie Mehrkosten einer von Prüfern allzu oft angebotenen, aber unnötigen Zusatzüberprüfung.

Rasen

Rasen ist nur als Fallschutz geeignet, wenn die Humusschicht mit Wurzelwerk intakt ist, denn die Stoßdämpfung wird durch den Untergrund erreicht und nicht durch Grashalme. Allerdings sollten Sie beachten, dass der Rasen bei hoher Beanspruchung in Mitleidenschaft gezogen wird und die Gräser den Humus nicht mehr halten können, wodurch Kahlstellen mit hohem Pflegeaufwand entstehen.
Weiter kann ein gepflegter Rasen mit Rollis befahren werden, sodass der naturnahe Untergrund sogar bei inklusiven Spielplätzen zum Einsatz kommen kann.

Was Sie neben dem geeigneten Fallschutz auf dem Spielplatz sonst noch rechtlich beachten müssen, finden Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema Spielplatzkontrolle.

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