Holzart Lärche. Materialien für Spielgeräte, Teil 1

21. September 2018

Die Holzart Lärche – ein Steckbrief

Die Holzart Lärche, als CO2-neutraler und ressourcenschonender Rohstoff, eignet sich für Spielplatzkonstruktionen wunderbar und besticht dabei durch ihre natürliche Beständigkeit. Alles, was Sie über Lärchenholz wissen müssen, lesen Sie in unserem Steckbrief:

  • Botanischer Name: Larix decidua Miller
  • Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
  • Verbreitungsgebiet: Europa, Asien, Nordamerika, aber ursprünglich nur in den Alpen, Tatra, Karpaten
  • Geschlecht: eingeschlechtlich
  • Bestäubung: Windbestäubung
  • Nadeln / Blätter: ca. 3 cm lange Nadeln
  • Früchte: kleine, hellbraune Zapfen, weiblich sowie männlich
  • Wuchs: kegelförmig, neigt zu Drehwuchs
  • Wurzeln: Herzwurzler, verzweigt, bis zu 2 m tief
  • Blütezeit: März – Mai
  • Maximale Baumhöhe: 10 – 40 m
  • Maximales Alter: bis zu 500 Jahren
  • Rinde: sehr schuppig, graues bis rötliches Braun
  • Bevorzugter Standort: hell, kühl, lehmiger Boden,
  • Frosthärte: -32 °C bis -36 °C
  • Lärchenarten: Sibirisch, Europäisch, Japanisch sowie Westamerikanisch
  • Baum des Jahres: Deutschland 2012 sowie Österreich 2002
  • Vorlieben: mag keine Luftverschmutzung
  • Wissenswertes: schlecht entzündbar, Pionierbaum, mag weder Spät- noch Frühfrost

Krankheiten und Schädlinge der Holzart Lärche

Für Lärchenholz können folgenden Krankheiten und Schädlingen mitunter zum Problem werden:

  • Pilzinfektionen (Umfallkrankheit durch Rhizoctonia solani, Grauschimmelfäule durch Botryotinia fuckeliana, Lärchenschütte durch Mycosphaerella laricina sowie Lärchenkrebs durch Lachnellula willkommii)
  • Schadinsekten (kleine und große Lärchen-Blattwespe, Lärchenblasenfuß, grauer Lärchenwickler, Lärchenminiermotte, Gespinstblattwespe, Nonne oder Lymantria monacha, Bock- sowie Borkenkäfer)
  • stamm- und wurzelschädigende Pilze (Weiß- und Braunfäule, Wurzelschwamm sowie Hallimasch)
  • Mäuse- und Wildverbiss
  • bei Rauchbelastung entsteht Nadel-Nekrose (Gelbfärbung, Verbrennungen sowie Absterben der Nadeln)

Die Eigenschaften von Lärchenholz

Die Holzart Lärche eignet sich deshalb so gut für Spielgeräte, weil sie sich durch eine Reihe hervorragender Eigenschaften auszeichnet:

  • höchst widerstandsfähig
  • sehr harzhaltig
  • rötliche Farbe
  • trocknet schnell
  • geringfügige Schwindung
  • hohe Beständigkeit
  • hervorragendes Bauholz
  • witterungsbeständig
  • gute Alternative zu Tropenholz
  • sehr formstabil
  • gute Umweltbilanz

Technische Daten der Europäischen Lärche

  • Gewicht: 590 kg/m³
  • Rohdichte lufttrocken (12-15% u): 0,47-0,62 g/cm³
  • Druckfestigkeit ca. bei 46 – 58 N/mm²
  • Biegefestigkeit ca. 90 – 99 N/mm²
  • Elastizitätsmodul: ca. 12.000 N/mm²
  • Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2) 3 – 4

Internationale Bezeichnungen der Lärche nach DIN EN 13 556

Die Lärche hat viele Gesichter. Welche Namen die Lärche alles trägt, lesen Sie im Folgenden:

  • europäische Lärche LADC
  • amerikanische Lärche LAOC
  • japanische Lärche LAKM
  • sibirische Lärche LAGM
  • Dunkelfeld-Lärche LAER

Ist die Lärche ein Laubbaum oder ein Nadelbaum?

Die Lärche ist ein Nadelbaum. Und sie ist gleichzeitig der einzige europäische Baum, der im Winter sein „Laub“, bzw. seine Nadeln abwirft und somit winterkahl ist.

Warum wirft die Lärche Ihre Nadeln ab?

Es wird vermutet, dass Lärchen ihre Nadeln abwerfen, um besser überleben zu können. Ursprünglich kommt die Lärche nur in großen Höhen vor. In hoch gelegenen Regionen herrschen im Winter extreme Niedrigtemperaturen und starke Fröste. Der Baum verdunstet jedoch über Blätter, bzw. Nadeln Wasser. Dies ist bei Frost nicht möglich – ohne die Nadeln jedoch hält die Lärche Minusgrade bis zu ca. -37 °C aus.

Die Holzart Lärche und venezianisches Terpentin

Aus angebohrten Lärchenstämmen kann überdies das wertvollste Terpentin gewonnen werden: das Lärchenterpentin oder auch venezianisches Terpentin. Es hat einen sehr typischen, leicht zitrusartigen Geruch, ähnlich dem Terpentinöl und ist dickflüssig, gelblich-braun und klebrig. Primär wird es in der Steiermark, Kärnten und Tirol gewonnen. Venezianisches Terpentin dient als hochwertiges Malmittel.

Wie wächst die Lärche?

Noch bevor die Nadeln sprießen, beginnt im Frühling die Blütezeit der Lärche. Die Lärchenblüten duften dabei sehr wohltuend. Aus ihnen entstehen im Herbst dann auch die Zapfen. Die Nadeln treiben kurz danach büschelweise, wohlriechend und in einem frischen Grün aus den Trieben. Die Samen sitzen in den Zapfen, die oft erst im Jahr nach dem Wuchs ausstreuen. Die Zapfen selbst bleiben dagegen am Baum – oft noch viele Jahre nach dem Ausstreuen. Lärchen wachsen zwar typischerweise sehr gerade, doch in Gebirgsregionen zeigen sie oft Drehwuchs und Krümmungen.

Verwendung von Lärche bei eibe Spielgeräten

Für einige unsere Spielgeräte verwenden wir Lärche Brettschichtholz (BSH). Die Oberfläche unserer Brettschichthölzer werden mit einem nach DIN EN 71-3 zertifizierten, transparenten Holzöl behandelt. Dies bringt nicht nur die natürliche Maserung, sondern auch die typische, warme Farbe der Holzart Lärche hervor. Durch das wasserfeste Verleimen nach DIN EN 14080 von einzelnen Brettern zu einem großen Querschnitt wird die Dimensionsstabilität gesichert. Das bedeutet, dass Verwerfungen, Rissbildung oder ähnliches vermieden werden. Das verwendete Lärchenholz ist dazu grundsätzlich splintarm. Feinjährig gewachsene Lärche mit hoher Rohdichte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern garantiert überdies lange Lebensdauer und Freude am Spielgerät.

Weitere, wichtige Infos zu eibe Spielgeräten aus der Holzart Lärche

  • Gefährdungsklasse: 3 – kein direkter Erdkontakt
  • Dauerhaftigkeitsklasse: unbehandelt 3
  • Schutz gegen Insekten/Käfer, Pilze und Sonneneinstrahlung: Imprägniert (Öle)
  • Hygroskopizität: keine Kerne in den äußeren Lamellen

Zum Weiterlesen: Robinie ist eine weitere Holzart, die sich ganz besonders als Material für Spielplatzkonstruktionen im Außenbereich eignet. Denn sie ist unheimlich widerstandfähig! Mehr Wissenswertes zur Holzart Robinie, lesen Sie hier.

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