Spielen mit Sand – macht Spaß und fördert die Wahrnehmung!

16. Mai 2021

Schaufeln, Graben, Schütten, Sieben – das Spielen mit Sand macht einfach jedem Kind Spaß. Kein Wunder, denn mit dem Material können sich selbst die Kleinsten kreativ austoben. Egal, ob sie Tunnel bauen, Figuren modellieren oder den klassischen Sandkuchen „backen“, mit Sand kann jeder genau das spielen, worauf er Lust hat – allein oder gemeinsam. Und das hat sogar einen pädagogischen Mehrwert, denn das Spielen mit Sand fördert die Wahrnehmung. Wir zeigen Ihnen, warum Ihr Spross im Sandkasten viel dazulernt.

Anmerkungen: Klar, dank Matsch und Sand wird so einiges dreckig – Spielzeug, Kleidung, meist auch die Kinder selbst. Aber, liebe Eltern, es ist den Aufwand wert! Also keine Angst vor ein wenig Schmutz. Tauchen Sie stattdessen einfach mal selbst die Hände in den Sand und genießen Sie das Gefühl.

Inhaltsverzeichnis

Spielen mit Sand schult die Wahrnehmung

Das kindliche Gehirn nimmt kontinuierlich Sinneseindrücke auf, die es für die Entwicklung braucht. Dabei handelt es sich um Eindrücke aus der direkten Umgebung, wie etwa Geräusche, Gerüche, optische Informationen, allen voran aber taktile Eindrücke. Solche Sinneserfahrungen sind die Basis des Lernens und Kinder erforschen sie in der Regel spielerisch. Mehr zur Spielentwicklung in der frühen Kindheit können Sie hier nachlesen.

Sicher haben Sie schon einmal beobachtet, wie ein Kleinkind im Rahmen des Objektspiels einen Gegenstand befühlt und ihn in den Mund steckt. Damit lernt es den besagten Gegenstand kennen, testet seine Beziehung zur Umwelt – zum Beispiel, indem es ihn fallen lässt – und zu sich selbst – wie schmeckt der Gegenstand? Wie fühlt er sich an? Ähnlich funktioniert das Spielen mit Sand. Natürlich sollte dieser nicht in den Mund wandern, aber er bietet Kindern eine Vielfalt taktiler Reize, durch die sie ihre Wahrnehmung trainieren.

Es ist ein einzigartiges Gefühl, sich frisch gesiebten Sand zwischen den Finger hindurchrieseln zu lassen, oder die Zehen im Sand zu vergraben. Die eigenen Beine einzubuddeln oder mit dem Finger etwas in glatten Sand zu zeichnen. Trockener Sand, der von der Sonne erwärmt wurde, fühlt sich anders an als nasser und mit noch mehr Wasser wird er zu formbarem Matsch, aber damit meist auch schwerer und kälter. Weich oder rau, pulverig oder pampig – Sand kann zahlreiche Gestalten annehmen und bietet Kindern ein wahres Sinnesparadies.

Spielen mit Sand – Kinderhände, durch die Sand rieselt
Spielen mit Sand – Kinderfüße im Sand

Spielen mit Sand ist „freies Spielen“

Spiel ohne Regeln und Förderungsbedarf

Freies Spiel ist eine Form des Spiels, die ohne jegliche Vorgaben von Erwachsenen abläuft und auch keiner aktiven Förderung bedarf. Das Kind beschäftigt sich von allein – und das ist auch gut so. Kinder sind noch „neu“ in der Welt und nicht vollständig an die Regeln gewöhnt, nach denen Erwachsene leben. Deshalb sehen sie in Gegenständen auch mehr Möglichkeiten als Erwachsene und spielen deutlich kreativer.

Spielzeug im freien Spiel

Theoretisch bräuchten Kinder für das freie Spiel nicht einmal Spielzeug. Dieses schadet jedoch nicht, wenn die Intention dahinter vom Kind selbst ausgeht: Es entscheidet selbst, welche Gegenstände in das Spiel eingebaut und wie sie benutzt werden. Geben Sie Ihrem Spross also stets Spielzeug, das möglichst vielseitig benutzt werden kann. So bleibt die Freiheit für Kreativität erhalten und Ihrem Kind wird seltener langweilig, weil es lernt, seine Fantasie ins Spiel einfließen zu lassen, anstatt sich nach Vorgaben zu richten.

Das Spiel mit Sand ist freies Spielen, da das Medium vielfältig verwendbar ist. Kinder können aus Sand etwas entstehen lassen oder ihn als etwas anderes ansehen, wie zum Beispiel Zutaten oder ein alternatives Material, und ihn mit Sandspielzeug bearbeiten. Nicht selten wird dabei eine Schaufel als überdimensionaler Löffel oder ein Eimer als Hut genutzt.

Anmerkung: Es muss Erwachsenen nicht gefallen, wie Kinder spielen. Wenn Gegenstände „zweckentfremdet“ oder „verkehrt herum“ benutzt werden, ergibt dies für Kinder im Spiel trotzdem Sinn. Für Erwachsene gilt daher, Zurückhaltung zu üben und nicht einzugreifen. Anderenfalls ist es kein freies Spielen mehr.

Spielen mit Sand – ein kleines Mädchen kniet im Sand und gießt Wasser von einer Schaufel in einen Eimer.

Tolle Spielideen für den Sandkasten

Natürlich bietet der Sandkasten weitaus mehr Möglichkeiten als nur darin zu buddeln. Hier haben wir drei einfache Spielideen für Sie parat, die sich die vielfältigen Eigenschaften von Sand zunutze machen und dabei auch noch jede Menge Spaß bringen:

Schatzsuche

Sachen ein und wieder ausgraben kann ja jeder. Aber was, wenn Sie kleine „Schätze“ im Sand vergraben und Ihr Kind diese suchen muss? Das klingt doch schon deutlich spannender! Murmeln, Halbedelsteine oder Spielzeugmünzen eignen sich perfekt dafür. Stecken Sie einfach einen Bereich im Sandkasten ab und bereiten Sie ihn für die „Schatzsuche“ vor. Möchte Ihr Spross nicht mit bloßen Händen graben, können Sie ihm natürlich auch eine Schaufel oder eine ausrangierte Grillzange geben, um die Schätze zu bergen.

Murmelrennbahn

Dass sich im Sandkasten tolle Straßen für Spielzeugautos bauen lassen, weiß jeder. Wie wäre es also mal mit einer Rennbahn? Mit etwas Wasser wird aus dem lockeren Sand ein stabiler Untergrund und wer abschüssig baut, kann sogar etwas die Bahn herunterrollen lassen. Autos bleiben vermutlich hängen – probieren Sie es vielleicht einfach mal aus. Aber was auf jeden Fall rollt, sind kreisrunde, glatte Murmeln! Das schreit doch förmlich nach einem Murmel-Wettrennen. Oder Sie lassen Ihre Kinder in gemeinsamer Teamarbeit ausprobieren, wie oft sie die Murmelbahn verlängern können, ohne die Murmel damit auszubremsen.

Kanäle bauen

Beim Kanäle bauen wird in die Tiefe gegraben, sodass Rinnen im Sand entstehen, bestenfalls mit Abzweigungen und in unterschiedlicher Höhenlage. Diese Rinnen sollen später mit Wasser befüllt werden. Folglich gilt es, sie möglichst so zu stabilisieren, damit das Wasser durch sie hindurchlaufen kann, ohne allzu viel Sand abzutragen und damit die Form der Kanäle zu verändern. Für Wettbewerbsfanatiker funktioniert das natürlich auch, dann wird das Wasser auf ein Startsignal hineingegossen.

Spielen mit Sand – ein kleiner Junge hockt im Sand und spielt mit zwei Spielzeug-Kipplastern.

Wichtig: Beim Spielen im Sandkasten vergessen Kinder gerne einmal die Zeit. Besonders im Sommer kann dies ein Risiko mit sich bringen, wenn die Kleinen starker Sonne ausgesetzt sind und der Sandkasten nicht mit dem geeigneten Sonnenschutz ausgestattet ist. Hier geben wir Ihnen einen Überblick, welche Sonnenschutzvarianten sich für den Außenbereich eignen.


Auch das Spielen mit Wasser bringt tolle Sinneseindrücke mit sich. Wie Kinder dank dem Element lernen erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Wasserspiel & Kinder: So wichtig ist das Spiel mit Wasser für die Entwicklung“.

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