DIN 18034: Was man bei Wasser auf dem Spielplatz in punkto Bakteriologie & Hygienerisiken beachten muss

25. Januar 2020

Die Norm DIN 18034 widmet sich dem Thema „Spielplätze und Freiräume zum Spielen“. Sie ist auch dann relevant, wenn es um Hygienevorschriften, Bakteriologie und Risiken von Wasser auf dem Spielplatz geht. So sind in der Norm DIN 18034 unter anderem die Vorgaben zur Wasserqualität zusammengefasst. In diesem Blogartikel wollen wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der DIN-Norm in Bezug auf das Thema Wasser auf Spielplätzen verschaffen.

Inhaltsverzeichnis

Welche Normen & Vorgaben muss ein Wasserspielplatz erfüllen?

Wie bei jeder anderen Spielplatzplanung auch, müssen Planer bei Wasserspielplätzen neben der Gestaltung auch immer die technischen Anforderungen sowie die Sicherheit der Nutzer beachten. Neben der Norm DIN 18034 ist hier insbesondere auch die DIN EN 1176-1 (Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen) relevant. Weitere Informationen, speziell für Kindergärten, findet man in der DGUV Information 202-019 Naturnahe Spielräume. Die Neufassung DIN 18034:2020 weist für den Umgang mit Wasser allgemein auf die EU-Badegewässerverordnung hin und fordert für den Gebrauch von Wasser auf Spielplätzen eine Gefährdungseinschätzung der jeweiligen Situation statt des bisher üblichen Verweises auf Gesundheitsbehörden. Nur für Trinkbrunnen ist dezidiert Trinkwasserqualität gefordert.

Stehende Gewässer auf dem Kinder-Spielplatz

Nach der EU-Richtlinie 76/160/EWG bzw. der Badegewässerverordnung des jeweiligen Bundeslandes sollte Wasser auf Spielplätzen grundsätzlich zumindest Badewasserqualität haben. Dies gilt auch für stehende Gewässer auf Spielplätzen. Um diese Wasserqualität gewährleisten zu können, sollten regelmäßig eine Wartung und Kontrolle durchgeführt werden.

Höhere Anforderungen für Wasserspielplätze in Schwimmbädern

Eine Sonderstellung nehmen Schwimmbäder ein. Hier kann für bestimmte Spielattraktionen sogar die Wasserqualität von Schwimm- und Badebeckenwasser nach DIN 19643 erforderlich werden.

Aus der Norm DIN 18034 lassen sich diverse Vorgaben und Regelungen für den Umgang mit dem Thema Wasser auf Spielplätzen ableiten. Doch was ist mit bestehenden Anlagen? Welche Anforderungen gelten für Spielplätze, die schon viele Jahre Bestand haben und möglicherweise gebaut wurden, als andere Vorschriften aktuell waren?

Für bereits bestehende Spielplatzanlagen gilt grundsätzlich der Bestandsschutz, wenn:

  • zum Zeitpunkt der Errichtung die damals geltenden Regeln der Technik eingehalten wurden
  • der Spielplatz seitdem nicht wesentlich verändert wurde
DIN 18034 - eibe Wasserspielplatz in Park mit guter Wasserqualität. Umringt von spielenden Kindern.

Wasserspielplatz-Anlage von eibe

Kinder lieben das Spiel mit Wasser, darin zu planschen und damit zu panschen – vor allem in Kombination mit Sand. Denn auch das Spielen mit Sand und Matsch bietet den Kleinen ganz besondere taktile Erfahrungen. Ob allein oder in der Gruppe – an Wasserspielanlagen können sich Kinder stundenlang austoben und kreativ betätigen. Barrierefrei gestaltete Bereiche ermöglichen es dabei auch Rollstuhlfahrern, am Spiel mit dem Nass teilzunehmen. Vor allem Wasser- und Matschtische gewährleisten die Barrierefreiheit kinderleicht. Viele von ihnen sind unterfahrbar und bieten ausreichend Platz, so dass der Inklusion beim Spielen nichts mehr im Weg steht.

Was neben den Vorschriften zur Wasserqualität beim Thema Wasserspielplatz noch gut zu wissen ist, erklärt unser entsprechender Blogartikel. Bei allen Fragen rund um die Planung, Ausgestaltung und Regelungen beim Bau eines Wasserspielplatzes, helfen Ihnen unsere eibe Fachberater gerne weiter.

Übrigens: Warum Wasserspiel so wichtig für die Entwicklung von Kindern ist und welche Fähigkeiten Ihrer Kinder es fördert, können Sie in unserem Blogartikel zu diesem Thema nachlesen.

10 Kommentare zu "DIN 18034: Was man bei Wasser auf dem Spielplatz in punkto Bakteriologie & Hygienerisiken beachten muss"

  • Cordes
    31. Mai 2020 / 14:46  |  Antworten

    Seh rgeehrte DAmen und Herren,

    eine Kindergarteneinrichtung möchte ein Wasserspielplatz erbauen, welche Vorschriften für die Wasserqualität muss vorhanden sein, wenn mann den Anschluss am Stadtwasser anschliesst? Vielen Dank im Vorraus.

    Gruß
    S. Cordes

    • eibe
      24. Juni 2020 / 8:40  |  Antworten

      Guten Tag,

      die Anforderungen an das Wasser auf Spielplätzen sind stets gleich: Grundsätzlich sollte es Badewasserqualität aufweisen. Nur für Trinkbrunnen ist Trinkwasserqualität erforderlich. Es gilt also festzustellen, welche Qualität das Stadtwasser besitzt. Badewasserqualität? Hervorragend, dann steht einem Anschluss nichts mehr im Wege. Ist die geforderte Qualität jedoch nicht gegeben, eignet sich das Stadtwasser leider auch nicht für den Wasserspielplatz.

      Herzlichst
      Ihr eibe Team

  • Hans-Leo Bischof
    1. März 2021 / 20:29  |  Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir betreiben im Ehrenamt ein Freibad siehe (info@freibadkirchhoven.de).

    Wir möchten den Kindern eine Attraktion bieten und einen Wasserspielplatz bauen.

    Im Umfeld des Freibades sind
    einige Baggerseen, wobei in einem auch durch die Stadt das Baden erlaubt ist.

    Unsere Anfrage an Sie: Können wir unseren Wasserspielplatz gefahrlos mit Grundwasser/
    Oberflächenwasser betreiben.
    Müssen wir Besonderheiten beachten.
    Wenn ja welche?
    Für eine baldige Rückmeldung gerne per Mail an:
    hl.bischof@freibadkirchhoven.de,
    Vielen Dank.
    Mit freundlichem Gruß
    Bürgerbad Kirchhoven gGmbH
    Hans-Leo Bischof
    kfm.Geschäftsleitung

    • eibe
      9. März 2021 / 8:50  |  Antworten

      Hallo Herr Bischof,

      wir freuen uns sehr über Ihr ehrenamtliches Engagement sowie Ihre Anfrage an uns.
      Ein Mitarbeiter aus der Qualitätssicherheit hat sich Ihrem Anliegen angenommen und sollte Sie in der Zwischenzeit kontaktiert haben.

      Ob ein Wasserspielplatz mit Grund- oder Oberflächenwasser betrieben werden darf, hängt stark von der Qualität des jeweiligen Wassers ab.
      Badewasserqualität ist für einen öffentlich betriebenen Wasserspielplatz unbedingt notwendig.
      Folglich empfehlen wir, einen Experten zu Rate zu ziehen und einen Wassertest durchzuführen.
      Einen persönlichen Fachberater finden Sie auf http://www.eibe.de/service/fachberatersuche.

      Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg für Ihr Spielplatz-Projekt!

      Herzliche Grüße
      Ihr eibe Team

  • Gerold Brenner
    8. März 2021 / 12:39  |  Antworten

    Sehr geehrter Damen und Herren,
    ist es erlaubt, Wasserspielgeräte in öffentlichen Spielplätzen mit Zisternenwasser oder mit Grundwasser zu betreiben?
    Für ihre zeitnahe Antwort danke ich Ihnen im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gerold Brenner

    • eibe
      9. März 2021 / 9:03  |  Antworten

      Guten Tag Herr Brenner,

      vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an dem Thema.

      Für Wasserspielgeräte im öffentlichen Raum ist Wasser mit Badewasserqualität erforderlich.
      Demnach ist es ratsam, das besagte Zisternen- oder Grundwasser einer Qualitätsprüfung zu unterziehen, um zu ermitteln, ob es diesen Anspruch erfüllt.
      Den passenden Experten für Ihr Vorhaben finden Sie auf unserer Website unter http://www.eibe.de/service/fachberatersuche.

      Bei weiteren Anliegen stehen wir ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

      Beste Grüße
      Ihr eibe Team

  • Sawallisch
    29. März 2021 / 11:53  |  Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir Betreiben in absehbarer Zeit eine so genannte „FONTÄNENFELDER “ Anlage, benannt als Wasserspiel.

    Bei dem Wasserspiel handelt es sich um ein Pumpen Umlaufsystem. Das Wasser hierfür wird in einem Tank aufgefangen bzw. vorgehalten welcher mit einer automatischen Befüllung ausgestattet ist. Bei dem Zusatzwasser handelt es sich um Trinkwasserqualität.
    Zur Bewahrung der Wasserqualität soll eine automatische Dosierung mittels Chemikalien angewandt werden.

    Das Wasserspiel ist bei Betrieb für den öffentlichen Bereich zugänglich. Könnte man in diesem Sinne auch als Wasserspielplatz benennen.
    Wie sind die gesetzlichen Bestimmungen, Bezug nehmend auf die Hygienebestimmungen (Legionellen) ?
    Auf was ist bei der Wasserqualität zu achten, gerade wie in diesem Falle wo die Gefahr besteht das Wasser als Trinkwasser zu missbrauchen ?
    Was haben wir, im Rahmen der Betreiberverantwortung zu beachten, Bezug nehmen auf die Nachweispflicht, gegenüber der Behörde ?

    MfG
    Uwe Sawallisch

    • eibe
      13. April 2021 / 14:01  |  Antworten

      Hallo Herr Sawallisch,

      vielen Dank für Ihr Engagement.
      Einer unserer Mitarbeiter wird sich bei Ihnen melden, um Ihre Fragen zu beantworten.

      Beste Grüße
      Ihr eibe Team

  • lars Großbernd
    8. Juli 2021 / 17:30  |  Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir wollen auf einem Spielplatz einen Wasserspielbereich erstellen.

    Wie ist das mit den regelmäßigen Kontrollen. Muss eine Legionellenuntersuchung gemacht werden? Wie oft muss diese gemacht werden?

    Mit freundlichen grüßen

    Lars Großbernd

    • eibe
      26. Juli 2021 / 11:12  |  Antworten

      Hallo Herr Großbernd,

      wir freuen uns über ihr Engagement und hoffen, dass der Wasserspielplatz gut gelingt!

      Um Ihre Frage zu beantworten:

      Grundsätzlich lässt sich das Legionellen-Risiko senken, indem:
      – Sie für den Wasserspielplatz Wasser in Trinkwasserqualität verwenden.
      – Sie den Rückfluss sichern, damit kein Brauchwasser ins Trinkwassernetzt zurückfließt. Gewerbliche Gas-Wasser-Installateure können Sie hierbei beraten.
      – das Trinkwasser unterirdisch im kühlen Erdreich zugeleitet wird.
      – die Leitungen gespült werden z.B. durch regelmäßige Nutzung oder auch nach längeren Nutzungspausen.
      – keine Sackgassenleitungen gelegt werden.

      Damit ist nach unserer Einschätzung auch bei wasserhahnähnlichen Entnahmemöglichkeiten eine Legionellenuntersuchung nur dann notwendig, wenn es dazu auch einen Anlass gibt – wie etwa einen bekannten Legionellenfall oder andere Umstände, die besondere Vorsicht erforderlich machen.

      Sind folgende Voraussetzungen erfüllt, ist eine Prüfung in der Regel nicht notwendig – die Verantwortung liegt dabei jedoch ganz beim Betreiber:
      – Bei Verwendung von Wasser in Badewasserqualität ohne trinkwasserhahnähnlichen Auslaufmöglichkeiten
      – Bei Verwendung von Trinkwasser in Behältern, die witterungs- temperaturangepasst in Abständen restentleert oder gespült werden und ohne trinkwasserhahnähnlichen Auslaufmöglichkeiten. Trinkwasserhahnähnliche Auslaufmöglichkeiten sind z.B. Wasserhähne und Trinkbrunnen, wohingegen Quellsteine, Matschbecken und Wasserrinnen nicht dazu zählen.

      Wasser, das im Kreislauf gepumpt wird, oder länger stehendes Wasser muss geprüft werden. Davon raten wir aus Kosten-, besonders aber aus hygienischen Gründen ab.

      Bitte beachten Sie, dass unsere Empfehlungen auf reiner Erfahrung gründen und nicht als rechtsverbindliche Auskunft anzusehen sind.

      Mit herzlichen Grüßen,
      Ihr eibe-Team

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