Klettern für Kinder: 5 Gründe, warum Klettern für Kinder gut ist

10. März 2020

Klettern & Bouldern sind gerade absolut im Trend bei Erwachsenen, doch beim Klettern für Kinder fragen Eltern regelmäßig „Ist das gut für unser Kind?“ und „Ist das nicht gefährlich?“. Dieser Blogartikel widmet sich den positiven Auswirkungen des Kletterns auf die Entwicklung von Kindern. Außerdem erklären wir, wann ein Kind alt genug ist, um zu klettern und was Eltern und Erzieher beachten sollten.

Warum Klettern für Kinder vielfältige Fähigkeiten fördert

Wenn Kinder klettern, tun sie das im Kleinkindalter meist ganz von allein, ohne dass man es als Erwachsener explizit fördern muss. Oft neigen Eltern eher dazu, aus Angst vor Verletzungen die ersten Kletterversuche des Kindes zu verbieten und zu unterbinden. Andere verhelfen ihren Kindern zu höheren Kletterleistungen, als sie es alleine schaffen würden und geben so viel Hilfestellung, dass das Kind gar nicht die Möglichkeit bekommt, eigene Erfahrungen zu machen. Warum man Kinder nicht auf Bäume heben sollte, die sie nicht allein erklimmen können, erklärt Physiotherapeutin Franziska Schmidt im Interview.

Top 5 Gründe, warum Klettern gut für Kinder ist

Neben der spielerisch-sportlichen Betätigung kann Klettern für Kinder viele Vorteile und positive Auswirkungen auf deren Entwicklung haben. Die Top 5 Gründe, warum Klettern gut für Kinder ist, haben wir im Folgenden zusammengefasst:

1. Klettern stärkt Selbstwahrnehmung & Selbstbewusstsein von Kindern

Zuallererst führt das Klettern für Kinder zu einer besseren Selbstwahrnehmung und das sowohl körperlich als auch mental. Beim Klettern überwinden Kinder Hindernisse und lernen, dass sie Hürden durch eigene Anstrengung überwinden können. Endet der Kletterversuch erfolgreich, kann dieses Erfolgserlebnis das Selbstbewusstsein stärken. Doch auch wenn das Klettern einmal missglückt, können Kinder daraus eine Lehre ziehen.

2. Klettern für Kinder: Erfahrung & Einschätzung eigener Grenzen

Klettern bestärkt Kinder in ihren Fähigkeiten und zeigt ihnen gleichzeitig ihre Grenzen auf. So ist es zum Beispiel grundsätzlich nicht unbedingt schlimm, wenn ein Kind beim Klettern einmal scheitert und stürzt (Voraussetzung ist natürlich, dass das Klettergerüst einen geeigneten Untergrund hat). Denn Fallen kann auch etwas Lehrreiches haben: Herunterfallen ist nicht schön, man bekommt einen Schreck und im schlimmsten Fall tut das Kind sich weh. Doch jedes Mal, wenn ein Kind beim Klettern herunterfällt, ist das auch eine Erfahrung, die nützlich ist! Schließlich lernt es so, Höhen, Gefahren und das eigene Können einzuschätzen. Natürlich kann man das einem Kind als Erwachsener auch mit Worten erklären, aber es macht einen Unterschied, ob man etwas gesagt bekommt oder es „am eigenen Leib“ erfährt.

Unser Appell an alle Erwachsenen lautet hier: Trauen Sie Kindern ruhig etwas zu! Denn auch aus Misserfolgen können die Kleinen etwas lernen. Mehr zu diesem Thema können Sie in unserem Blogartikel „Nur Mut zum Risiko – die Selbstwahrnehmung von Kindern fördern“ nachlesen.

Klettern für Kinder - wie Klettern Kinder fördert

3. Klettern verbessert die Motorik von Kindern

Beim Klettern lernen Kinder spielend und mit viel Freude neue Bewegungsabläufe, die ihnen helfen, ihre Motorik zu verbessern. Zum einen fördert Klettern die Grobmotorik, vor allem bei Kleinkindern – sie lernen, Balance zu halten oder wie man auftreten und sich abdrücken muss. Gleichzeitig werden viele Körperpartien, wie zum Beispiel die Arme, trainiert. Zum anderen wird auch die Feinmotorik gefördert. So muss ein Kind an der Kletterwand die Klettergriffe mit seinen Fingern ganz genau greifen, damit es nicht abrutscht. Dabei ist jeder einzelne Finger gefragt und die Fähigkeit des gezielten Greifens wird gefördert. Klettern ist somit ein echtes Ganzkörpertraining, dass richtig Spaß macht und zum Beispiel auch zur Vorbeugung von Übergewicht bei Kinder genutzt werden kann.

4. Geduldig und ausdauernd sein lohnt sich – nicht nur beim Klettern

Egal, ob an der Kletterwand, an einem Baum oder einem Klettergerüst – beim Klettern ist das Ziel immer möglichst hoch hinaus (und dann auch wieder heil hinunter) zu kommen. Doch das klappt nicht immer auf Anhieb. Ist der Ehrgeiz erst einmal geweckt, wird das Kind es immer wieder probieren, bis das Ziel erreicht ist. Und anschließend wartet natürlich schon das nächsthöhere Ziel. So bekommen Kinder eine gewisse Frustrationstoleranz und lernen, dass sich Geduld und Ausdauer lohnen!

5. Klettern für bessere Teamfähigkeit und Vertrauen

Wenn die Kinder etwas älter sind und ihnen das Klettern immer noch Freude bereitet, kann daraus mehr werden als ein Kinderspiel. Bei einem Ausflug in die Kletterhalle können Kinder das Klettern als Hobby für sich entdecken.
Sobald es darum geht, sich eigenständig gegenseitig beim Klettern zu sichern, lehrt Klettern auch Verantwortungsbewusstsein, Kooperation und Teamarbeit. Wer gerade nicht selbst klettert, der sichert einen Kletterkollegen. Im Mittelpunkt stehen weniger Einzelerfolge, sondern vor allem gemeinsame Problemlösung, Motivation, Grenzüberschreitung und Vertrauen.

Ab welchem Alter sollten Kinder klettern?

Eine allgemeingültige Empfehlung für das Klettern für Kinder kann nicht gegeben werden, denn das Einstiegsalter gestaltet sich sehr individuell. Vielmehr sollte man das Verhalten des Kindes beobachten: Sobald es Lust hat, sich eigenständig hochzuziehen oder irgendwo hochzuklettern, können die ersten Kletterversuche beginnen. Für Kleinkinder reicht dabei schon eine Kiste, ein Spielbogen oder eine kleine Leiter, auf die es klettern kann. Niedrige Fallhöhen sind hier der ausschlaggebende Punkt.

Schon in diesem jungen Alter ist es wichtig, dass Kinder möglichst vielfältige Bewegungserfahrungen machen. Nur wenn ein Kind seinen Körper ausprobieren kann, lernt es sicher mit ihm umzugehen. Mit dem Klettern ist es genau wie mit allem andern: Man muss erst mal klein anfangen!

Für ein erstes Herantasten ans „richtige“ Klettern, zum Beispiel an einer Kletterwand, sind ein sicherer Gang und eine gute Hand-Augen-Koordination Voraussetzung. Das ist bei den meisten Kindern circa ab 3 bis 4 Jahren der Fall. Zunächst sollte man das Kind in gewohnter Umgebung klettern lassen. Eine spielerische Herangehensweise wäre zum Beispiel an einem Hügel, einem Baum im Garten oder einer Sprossenwand gegeben. Diese ersten größeren Herausforderungen lehren Frustrationstoleranz, ohne dass die Hürde gleich zu herausfordernd ist.

Klettern für Kinder: Was Eltern & Erzieher beachten sollten

Klettern für Kinder sollte immer eine Selbsterfahrung sein, bei der Eltern und Erzieher höchstens zuschauen oder gut zusprechen. Umgekehrt gilt, dass man ein Kind niemals auf etwas heben sollte, was es nicht auch selber erklimmen könnte. Wenn Kinder auf Bäume oder ähnliches gehoben werden wollen, ist es immer richtig zu sagen: Wenn du es noch nicht alleine schaffst, bist du vielleicht noch nicht alt genug, aber dann schaffst du es, wenn du etwas größer bist – und dann auf zur nächstbesten Alternative!

Tipp: Sind sich Eltern unsicher, was sie ihrem Kind zumuten dürfen und was nicht, können sie sich nach dem sogenannten Kleinkindfilter richten. Dabei handelt es sich um ein Bauteil zu Beginn des Klettergerätes – zum Beispiel einen Leiteraufgang, dessen erste Sprosse über 40 cm hoch ist. Ist das Kind von sich aus in der Lage, diese erste Hürde zu überwinden, so ist es auch fit genug für das restliche Gerät.

Bewegung, die Spaß macht

Ob Kinder klettern, rennen, turnen oder Fahrrad fahren wollen – am wichtigsten ist, dass es Spaß macht und sie sich jeden Tag ausreichend bewegen, gerade heute, wo Computer und Tablet oft schon für Kleinkinder zur Normalität gehören. Zahlreiche Tipps, wie Sie Kinder zu mehr Bewegung motivieren, finden Sie in unserem Blogartikel „Kinder zu mehr Bewegung motivieren – so geht’s“.

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