Kinder zu Bewegung motivieren – So geht’s!

10. September 2019

Kinder zu Bewegung motivieren? Heutzutage wichtiger denn je! Bedenken Sie nur mal den kindlichen Alltag: Sechs Stunden Schulbank, wenn nicht sogar mehr. Heimfahrt mit dem Bus oder im Auto der Eltern. Hausaufgaben am Schreibtisch, dann erst die wohlverdiente Freizeit – sprich: Zocken, Streamen, Surfen, Chatten. Im Zeitalter der Digitalisierung liefert vor allem der Bildschirm den Spaß. Man sozialisiert über den Messenger seiner Wahl oder eben quer durchs Netz. Bewegung findet dabei allerdings kaum statt. Vielleicht dann und wann mal, um sich in eine bequemere Position zu rücken oder nach dem bereitgestellten Getränk zu greifen. Sportlich ist das jedenfalls nicht. Dabei braucht der menschliche Körper vor allem im Kindheitsalter ausreichend Bewegung.

Die Nationale Empfehlung für Bewegungsförderung und Bewegung sieht für Kinder im Kindergartenalter (4 bis 6 Jahre) eine tägliche Bewegungszeit von 180 Minuten vor. Grundschulkinder (6 bis 11 Jahre) und Jugendliche (12 bis 18 Jahre) sollten sich 90 Minuten am Tag bewegen. Laut Hinweis des Bundesgesundheitsministeriums können 60 Minuten davon durch Alltagsaktivitäten abgedeckt werden, z. B. durch einfaches Laufen von 12000 Schritten.

Kinder zu Bewegung motivieren – warum ist das überhaupt wichtig?

Bewegung regt die Durchblutung des Gehirns an und wirkt sich deshalb positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Aber nicht nur der Sauerstoff bringt’s – ein körperlich ausgelastetes Kind ist ein ausgeglichenes Kind. In der Schule fällt das ruhige Sitzen nicht mehr allzu schwer, wenn man sich zuvor schon ausreichend bewegt hat. Denn Bewegung baut überschüssige Energie ab, so dass es sich nachts obendrein besser schlafen lässt. Sie hilft gegen innere Unruhe und auch gegen Nervosität. Zudem verbessert sie die Koordination und somit auch das Körpergefühl des Kindes, wodurch versehentliche Verletzungen durch unkoordinierte Bewegungen verhindert werden können. Regelmäßige Bewegung trägt also rundum zum körperlichen Wohlbefinden des Kindes bei. Vor allem wenn diese an der frischen Luft stattfindet. Kinder zu Bewegung motivieren? Aus eben diesen Gründen ist dies besonders wichtig.

Laut der KiGGS, der Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, sind 15 % der Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder gar fettleibig. Adipositas liegt bei 6,3 % der Kinder und Jugendlichen vor. Diese Zahlen sind auf die ungeeignete Ernährungsweise der Kinder, vor allem aber auf die mangelnde Bewegung zurückzuführen. Denn gerade einmal 22,4 % der Mädchen und 29,4 % der Jungen erreichen die tägliche Bewegungsempfehlung.

Aber wie motiviere ich mein Kind zu mehr Bewegung?

  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran – wortwörtlich!
    Kinder gucken sich ihr Verhalten von den Eltern ab. Es spielt also durchaus eine Rolle, wie aktiv Sie selbst im Alltag sind. Reflektieren Sie doch einmal Ihre Gewohnheiten: Bewegen Sie sich viel oder verbringen Sie einen Großteil Ihrer Freizeit im Sitzen? Gehen Sie häufig zu Fuß oder nutzen Sie auch für kurze Strecken das Auto? Was für Ihr Kind gilt, gilt nämlich auch für Sie: Regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf den Körper aus. Zum Beispiel regt sie den Stoffwechsel an und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Außerdem ist sie ein hervorragendes Hausmittel gegen Stress. Sie müssen keine Sportskanone sein, um sich ausreichend zu bewegen. Wer beispielsweise kein Freund vom Joggen ist, für den tut es auch ein ausgedehnter Spaziergang. Denn jede Bewegung ist besser als keine Bewegung. Sie möchten Ihr Kind zu mehr Bewegung motivieren? Dann machen Sie einen guten Anfang, indem Sie ihm die richtige Einstellung vorleben.
  • Gemeinsame Aktivitäten sorgen für Bewegung.
    Das Prinzip ist simpel: Sie wollen, dass Ihr Kind sich bewegt? Dann bewegen Sie sich mit ihm. Die einfachste Art und Weise, Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren ist, etwas mit ihnen zu unternehmen. Runter von der Couch und ab nach draußen – es ist Zeit für einen Ausflug!

Kinder zu Bewegung motivieren: Ideen für ein bewegteres Leben!

  • Gehen Sie schwimmen: Rumplantschen im Hallenbad macht bei gutem wie bei schlechtem Wetter Spaß. Fordern Sie Ihr Kind doch mal spontan zum Wettschwimmen heraus. Wer zuerst am anderen Beckenrand angekommen ist, hat gewonnen! Und wer kann eigentlich am tiefsten tauchen? Auch Wasserspielplätze verlocken zur Aktivität.
  • Ein Ausflug in den Wald ist nicht nur abenteuerlich, sondern bringt auch reichlich verschiedene Möglichkeiten zur Bewegung mit. Umgestürzte Bäume lassen sich spielerisch als Sportgeräte nutzen. Wer darauf keine Lust hat, der kann derweil Eicheln und Kastanien sammeln oder einen Tannenzapfenweitwurf veranstalten.
  • Wandertouren: Es muss nicht gleich eine Tageswanderung sein – wie weit Sie laufen, bleibt Ihnen überlassen. Wanderwege gibt es nahezu überall. Lassen Sie Ihr Kind doch unterwegs nach einem Wanderstock Ausschau halten oder nutzen Sie den Ausflug, um ihm verschiedene Baum- und Pflanzenarten zu erklären. Außerdem kann man Pausen prima mit einem Picknick füllen.

Sie haben gerade keine Zeit für lange Ausflüge? Kein Problem.
Denn gemeinsame Aktivitäten müssen schließlich nicht zwangsläufig mit großem Zeit- und Planungsaufwand verbunden sein!

  • Spaß im Garten…
    Spiele wie Fangen, Verstecken oder auch Rollenspiele sind vor allem bei kleineren Kindern ein Dauerbrenner. Wenn es etwas ausgefallener sein darf, versuchen Sie es mal mit dem Spinnenrennen. Dabei bewegen sich die Kinder mit dem Rücken zum Boden gedreht auf allen Vieren. Wer am schnellsten krabbelt, gewinnt!
  • … und Spaß in der Stadt!
    Jede Stadt besitzt einen öffentlichen Park, in dem man genau so viel Spaß haben kann wie im Garten. Sportspielzeuge bringen den nötigen Schwung – ein Wasserball, ein Frisbee oder ein Federballspiel beschäftigen die Kinder eine Weile und animieren zur Bewegung. Der Ausflug in den Park lässt sich zudem super mit einem Spaziergang dorthin verbinden.

So bringen Sie Bewegung in den Alltag! Das motiviert Erwachsene UND Kinder zu mehr Bewegung.

  • Treppen benutzen: Lassen Sie den Aufzug Aufzug sein und nehmen Sie lieber die Treppen. Das liefert nicht nur eine Extraportion Bewegung, sondern ist auch ein hervorragendes Training für die Beinmuskulatur.
  • Laufen statt fahren: Arbeitsplatz, Schule – alles gut zu Fuß erreichbar? Dann nutzen Sie diesen Vorteil und lassen Sie das Auto doch einfach in der Garage. Das spart Sprit und bewahrt Sie vor der leidigen Parkplatzsuche. Übrigens: Den Schulweg eigenständig zurückzulegen fördert die Selbstständigkeit Ihres Kindes.
  • Und an den Wochenenden? Ein morgendlicher Spaziergang zum Bäcker kann zum schönen Familienritual werden. Frischluft und Bewegung – alles in einem. Und anschließend gibt es Zuhause ein leckeres Frühstück!
  • Spaziergänge mit dem Hund bieten eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit und eine tolle Art, Ihr Kind zu Bewegung zu motivieren. Wer keinen eigenen Hund hat, der kann den Nachbarn um Erlaubnis bitten, mit seinem Hund Gassi zu gehen. Und falls ein Tierheim in Reichweite ist, freut man sich dort auch stets über freiwillige Helfer, die die Hunde ausführen.
  • Traut euch raus: Regen ist ein Grund aber kein Hindernis. Regenfeste Kleidung sowie wasserdichte Schuhe ermöglichen den gemeinsamen Spaziergang auch bei Schmuddelwetter. Erlauben Sie Ihrem Kind ruhig mal in ein paar Pfützen zu springen – so ein bisschen Wasser tut niemandem weh und daheim warten trockene Handtücher.
  • Spontane Tanzparties: Klingt albern, ist es auch. Macht dafür aber unheimlich viel Spaß. Rufen Sie für fünf Minuten den Discozustand aus. Wer kann am witzigsten tanzen? Musik an und los!

So schön die Vorstellung auch ist – nicht jedes Kind lässt sich für die Mitgliedschaft in einem Sportverein begeistern. Das ist in Ordnung, man möchte sein Kind ja zu nichts zwingen. Umso mehr sollten Sie Ihr Kind jedoch zu Bewegung im Alltag motivieren. Denn Studien beweisen, dass Bewegung nicht nur die Gesundheit von Kindern fördert, sondern auch nachweislich deren Bildung. Lesen Sie dazu „Bildung durch Bewegung! Der Spielplatz fördert das Lernen.“ und erfahren Sie mehr über die Zusammenhänge zwischen Bildung und Bewegung.

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